Film
„Der letzte Jude von Drohobytsch“
09.02.12
Drohobytsch ist eine Stadt, in der sich sämtliche Wirbelstürme der Geschichte Europas des letzten Jahrhunderts widerspiegeln. Seit der Teilung Polens 1772 lag diese Stadt im österreichischen Galizien, von 1918 bis 1939 gehörte sie wieder zu Polen. Während des Zweiten Weltkrieges befand sie sich abwechselnd unter der deutschen Okkupation, dann der sowjetischen, dann wieder der deutschen. In den Jahren 1944-1991 war Drohobycz ein Teil der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik und heute gehört die Stadt zur unabhängigen Ukraine.
Ebenso tragisch und zugleich ungewöhnlich war das Schicksal von Alfred Schreyer, geb. 1922, des „Letzten Juden aus Drohobytsch“, dessen Geschichte der Film von Paul Rosdy erzählt. In dem bewegenden Dokument nimmt Alfred Schreyer den Zuschauer auf einen Spaziergang durch seine Stadt mit, die durch Schreyers Erinnerungen wieder lebendig wird. Wir sehen die einst größte Synagoge Polens vor dem Krieg, die heute nur noch das Bild der Zerstörung bietet, dann das Klassenzimmer, wo Schreyer von dem berühmten polnischen Malerkünstler jüdischer Abstammung, Bruno Schulz, in das Tischlerhandwerk eingeführt wurde; die zweite Synagoge, die heute als Gymnastikraum genutzt wird; den Bronicki Wald, wo die Deutschen 11.000 Juden erschossen haben, das Eingangstor zu dem nicht mehr existierenden Kino, wo Schreyer zu den sowjetischen Zeiten als Sänger vor der Filmvorführung die Besucher unterhalten hat.
Der „Letzte Jude aus Drohobytsch“ ist wohl eine der letzten, von einem Zeitzeugen erzählte Geschichte über eine längst vergangene Welt, von der nur Erinnerungen und alte Postkarten übriggeblieben sind.
Dokumentation, Ö 2011, 98 Min.
Filmstart: 09. 03. 2012
Buch und Regie: Paul Rosdy
Kamera: Peter Roehsler
Darsteller: Alfred Schreyer, Tadeusz Serwatka, Lev Lobanov, Alexander Krasulja, Stepan Protz
Ebenso tragisch und zugleich ungewöhnlich war das Schicksal von Alfred Schreyer, geb. 1922, des „Letzten Juden aus Drohobytsch“, dessen Geschichte der Film von Paul Rosdy erzählt. In dem bewegenden Dokument nimmt Alfred Schreyer den Zuschauer auf einen Spaziergang durch seine Stadt mit, die durch Schreyers Erinnerungen wieder lebendig wird. Wir sehen die einst größte Synagoge Polens vor dem Krieg, die heute nur noch das Bild der Zerstörung bietet, dann das Klassenzimmer, wo Schreyer von dem berühmten polnischen Malerkünstler jüdischer Abstammung, Bruno Schulz, in das Tischlerhandwerk eingeführt wurde; die zweite Synagoge, die heute als Gymnastikraum genutzt wird; den Bronicki Wald, wo die Deutschen 11.000 Juden erschossen haben, das Eingangstor zu dem nicht mehr existierenden Kino, wo Schreyer zu den sowjetischen Zeiten als Sänger vor der Filmvorführung die Besucher unterhalten hat.
Der „Letzte Jude aus Drohobytsch“ ist wohl eine der letzten, von einem Zeitzeugen erzählte Geschichte über eine längst vergangene Welt, von der nur Erinnerungen und alte Postkarten übriggeblieben sind.
Dokumentation, Ö 2011, 98 Min.
Filmstart: 09. 03. 2012
Buch und Regie: Paul Rosdy
Kamera: Peter Roehsler
Darsteller: Alfred Schreyer, Tadeusz Serwatka, Lev Lobanov, Alexander Krasulja, Stepan Protz
